Heilpraktikerin Carola Kaempf

       
Die klassische Akupunktur

Die traditionelle Akupunktur entstand in China vor ca. 5.000 Jahren. E ist ein umfassendes System von Untersuchung, Diagnose und Behandlung. Sie wurde vorbeugend zur Ausbildung und Erhaltung der Gesundheit angewandt. Der Mensch wird als Ganzes als Körper-Geist-Seele verstanden, in dem die Lebenskraft Qi ( = bestimmte Form von Energie), harmonisch und ausgeglichen fließen sollte. Liegt eine Störung vor, so kommt es zu Disharmonie und Unausgeglichenheit. Es entsteht eine Krankheit wie zum Beispiel Migräne, Depression, Gelenksprobleme, Schlafstörungen, Magenschmerzen, Tinnitus, Hitzewallungen, Asthma, Heuschnupfen usw.
Eine vollständige Untersuchung, die Auskunft über den Qifluß gibt, ist notwendig. Dazu gilt es, die Körperhaltung, die Gangart, die Gesichtsfarbe, den Klang der Stimme, den Geruch, die Gemütsverfassung, die Eßgewohnheiten, die Vorliebe von Geschmäckern, das Harn- und Stuhlverhalten, die Beziehung zu Familienmitgliedern ( Lebenslauf incl. alle durchgemachten Krankheiten), das Schlafverhalten, die Träume, die sexuelle Energie, die Qualität der Schmerzen sowie deren Lokalisation usw., zu beurteilen.
Zu der Befragung gehört noch die Puls- und Zungendiagnose .
Jedes Organ, dem bestimmte Aufgaben und Symptome zugeordnet sind, ist mit einem Puls verbunden. Ist so zum Beispiel der Qifluß in Magen/Milz unausgeglichen, so kann der Patient lustlos, müde oder depressiv sein, keinen oder zu viel Appetit haben, verstärktes Verlangen nach zu viel Süßem, viel grübeln, Völlegefühl nach dem Essen empfinden, einen aufgeblähten Bauch haben, sowie Durchfall oder Verstopfung, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, chronische Sinusitis, Zahnfleischbluten, Ödeme, Hämorrhoiden, Menstruationsprobleme oder Schmerzen im Leitbahnenverlauf haben.
Eine Diagnosemethode richtet sich nach dem Zusammenspiel der Wandlungsphasen, die verglichen werden können mit der Abfolge der Jahreszeiten Frühling, Sommer, Spätsommer, Herbst und Winter. Sie entsprechen dem Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Ihnen sind Farbe, Geschmack, Organe, bestimmte Symptome, Tageszeiten, Klima, Nahrungsmittel, Persönlichkeitstypen usw. zugeordnet.
Um die Persönlichkeitstypen mit den Wandlungsphasen zu verdeutlichen, können Max und Moritz vom Wilhelm Busch hinzugezogen werden. So entspricht dem Holz der stürmisch aufbrausende, rasch handelnde, entschlossene Onkel Fritz; dem Feuer der aktive, realistische, kontaktfreudige, höfliche Bauer Mecke; der Erde der dicke, müde, kraftlose, träge, blasse Meister Bäcker; dem Metall der trockene, humorlose, gramgebeugter, kontaktarmer, verschlossener, ordentlicher Lehrer Lämpel und dem Wasser der scheue, unsichere, gehemmte, gespannte, hagere Schneider Böck.
Eine Wandlungsphase bringt die nächste hervor bzw. kontrolliert eine andere, so dass eine Harmonie zwischen ihnen für den gleichmäßigen Qifluß notwendig ist. Bei einer Störung muß herausgefunden werden, in welcher Wandlungsphase der Fehler liegt, d. h. es muß die Wurzel diagnostiziert und behandelt werden. So können zwei Personen die ähnlichen oder gleichen Symptome, jedoch unterschiedliche Diagnosen und Behandlungen haben.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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